Kirchenbezirk Öhringen

Dekanin

Sabine Waldmann

Hunnenstraße 10
74613 Öhringen
Tel. 07941/2483

Der Kirchenbezirk Öhringen hat 29.523 Gemeindeglieder (Stand Herbst 2011). Er besteht aus 18 Kirchengemeinden, wobei Öhringen mit über 8.862 Gemeindegliedern die größte ist.

Sprech- und Öffnungszeiten im Dekanatsbüro:
Montag und Dienstag: 9 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr
Mittwoch: 9 - 12 Uhr
Donnerstag: 9 - 12 Uhr und 14 - 18 Uhr
Freitag: 9 - 12 Uhr
Ihre Ansprechpartnerin: Ute Hebeiß, Telefon-Nr. 07941-2483,
ute.hebeiss(at)elkw.de

DIE VERWALTUNG
Die Landeskirche hat zur Unterstützung der regionalen Verwaltung eigene Dienststellen errichtet. So ist die Öhringer Verwaltungsstelle für drei Kirchenbezirke zuständig: Weikersheim, Künzelsau und Öhringen. Sie hat ihren Sitz im Gebäude Poststrasse 66. Dort finden sich weitere Dienststellen des Bezirkes (Kirchenbezirkskasse) und der
Kirchengemeinde Öhringen (Kirchenpflege).
Seit 2011 wurde das Evangelische Verwaltungszentrum Öhringen gegründet: Landeskirche und Kirchengemeinde Öhringen arbeiten enger zusammen.

DAS DEKANATAMT
„Dekanat“ wird diejenige landeskirchliche Dienststelle genannt, die in einer Region die Belange der Landeskirche vertritt – etwa die Dienstaufsicht über die Pfarrerinnen und Pfarrer und die Visitation der Gemeinden. Früher waren die Dekanate als Einrichtungen der bürgerlichen Rechtes Oberämter. Noch heute steht das 1910 gebaute Dekanatamt im Besitz und der Baulast des Landes.

DER KIRCHENBEZIRK


Ein Kirchenbezirk ist als Zusammenschluss von Kirchengemeinden ein eigener Rechtsträger. Die Kirchengemeinden übertragen dem Bezirk zentrale Aufgaben – etwa im Bereich der Diakonie, der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung. Diese Einrichtungen bilden wiederum eigene

Organisationen:


Bezirksjugendwerk Öhringen (EJÖ)

Bezirksdiakonat (Senioren- u. Männerarbeit, Freizeiten)

Kreisdiakonieverband im Hohenlohekreis – ein Zusammenschluss der bezirklichen Diakonie im Landkreis Hohenlohe

Erwachsenenbildungswerk Hohenlohe (EBH)

Das Bezirkskantorat ist der Kirchengemeinde Öhringen zugeordnet – aus ganz praktischen Gründen, da die kirchenmusikalische Arbeit der großen Kirchengemeinde und des Bezirks große Schnittmengen haben.

 

Die Bezirkssynode

Eine gewählte Synode aus Laien und Pfarrern setzt die kirchenbezirklichen Ordnungen fest und verwaltet den Bezirk. Die Synode tagt im Frühjahr und im Herbst jedes Jahres; sie trifft sich zusätzlich bei besonderen Anlässen, z.B. wenn es um die Pfarrplan-Umsetzung geht. Die Synode befindet über den Haushaltsplan des Kirchenbezirks und über alle grundsätzlichen Fragen und Veränderungen des kirchlichen Lebens im Bezirk. Als Vorsitzender wurde bis 2019 Michael Vögele aus Öhringen gewählt. Zwischen den Sitzungsperioden führt ein gewähltes Gremium bezirklicher Repräsentanten die Geschäfte im Kirchenbezirksausschuss (KBA

 

Der Hohenlohekreis
Wir sind „Kirche im ländlichen Raum“. Das bedeutet, dass die überwiegende Zahl unserer Kirchengemeinden eher klein ist – viele Dörfer und Kleinstädte haben zwischen 800 und 1400 evangelische Gemeindeglieder. Die bäuerliche Tradition geht stark zurück, viele Höfe verschwinden, trotzdem war Hohenlohe einst die Kornkammer Süddeutschlands und der Zusammenhalt in den kleinen Orten ist auch in kirchengemeindlicher Hinsicht immer noch beträchtlich. Die Rahmenbedingungen der Pfarrstellen – Strukturplanung nötigen uns, über Kooperationen und Zusammenlegungen nachzudenken; das Prinzip, das jeder Ort seinen Pfarrer/seine Pfarrerinnen haben soll ist längst aufgegeben. Es gilt jetzt, die Entwicklung möglichst behutsam voranzubringen und das intakte Ortsleben zu stärken.
Im Kirchenbezirk Öhringen ist unterhalb des malerischen Ortes Waldenburg in Hohebuch die ländliche Heimvolkshochschule und die Zentrale des evangelischen Bauernwerkes angesiedelt – untrennbar verbunden mit dem Namen der Familie Hege. Hier fand früher die Ausbildung der Landwirte statt – noch heute denken viele mit Wehmut an die Winterschule zurück. Doch diese Zeit ist vorbei – inzwischen werden hier Kurse und Bildungsangebote unterschiedlichster Art durchgeführt.
Hohenlohe ist eine immer noch wenig bekannte Region; bis 1806 waren die einzelnen Grafschaften – später Fürstentümer – autonom; die Reformation wurde hier im Jahr 1556 ganz eigenständig und auch mit einer eigenen stärker lutherisch geprägten - Kirchenordnung durchgeführt. Die Herrschaft sorgte für die Besetzung der Pfarrstellen, die Pfarrer hatten die Aufgabe, das soziale Leben, die äußere Ordnung sowie Bildung und Erziehung zu beaufsichtigen. Kirchen und Pfarrhäuser wurden gebaut – die Orte blühten unter einer milden Regierung; das Öhringer Stift wurde nach dem Tod des letzten Stiftsherrn übernommen und in eine Lateinschule verwandelt, die für den Nachwuchs in den Verwaltungen sorgte. Mit dem Jahr 1806 endete die regionale Selbstständigkeit durch die kampflose Einverleibung Hohenlohes in das Haus Württemberg.
Heute ist der Hohenlohekreis zwar der zahlenmäßig kleinste Landkreis in Baden-Württemberg, in punkto Wirtschaftlichkeit, Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zu den Arbeitslosen und struktureller Prosperität stehen wir dagegen landesweit ziemlich gut dar. Das milde Klima bewirkt in der lieblichen Landschaft zwischen Jagst und Kocher gute Erträge im Weinbau; viele landwirtschaftliche Betriebe haben sich auf den Anbau von Gemüse und Obst spezialisiert, die Schweinezucht ist ein Kennzeichen der Region. Der Raum Heilbronn - Franken ist bekannt für seine innovativen Gedanken zum Thema Bildung und Ausbildungsförderung. Hier lässt es sich immer noch gut leben und auch der Tourismus blüht.
Der Hohenlohekreis umfasst die Kirchenbezirke Künzelsau und Öhringen und auch Teile des Weinsberger Kirchenbezirks; die gegenseitige Wahrnehmung ist sehr gut und viele Aufgaben im sozialen Bereich werden in gemeinsamer Absprache und Förderung. Zwischen Landkreis und Kirchenbezirken bewältigt. Die Kooperation zwischen den Kirchenbezirken Künzelsau und Öhringen ist besonders im Bereich der Erwachsenenbildung und der diakonischen Aufgaben gut aufgebaut; nach der Etablierung des Kreisdiakonieverbandes hat sich im Bereich der diakonischen Träger eine enge Zusammenarbeit zwischen der freien und der kirchlichen Diakonie entwickelt.
Künzelsau ist der Sitz des Landratsamtes; die Feststellung des Autokennzeichens KÜN sorgt noch heute für manchen Verdruss in der Region Öhringen. Inzwischen vertragen sich aber alle recht gut miteinander.
Öhringen ist der alte Mittelpunkt der hohenlohischen Herrschaft; diese wurden nach 1253 aufgrund ihrer Treue zum staufischen Kaiser Friedrich II. Vögte über das 1037 vollendete Chorherrenstift. Dieses wurde von der Kaiserinmutter Adelheid gestiftet und von ihrem Sohn Bischof Gebhard von Regensburg vollendet; die geistliche Aufsicht stand unter dem Bischof von Würzburg. Mit dem „Öhringer Weistum“ wurde der Ort 1253 zur Stadt erklärt. In den Jahren 1451-1500 wurde die aus der Zeit Adelheid stammende Kirche abgetragen und im spätgotischen Stil neu erbaut. Dieses Gotteshaus ist weit über die Grenzen Hohenlohe es für seine Schönheit bekannt; in der dritter hohen neben den Gebeinen Adelheid zahlreiche Angehörige des Hauses Hohenlohe; den Hochchor schmücken wertvolle Schnitzfiguren aus der Zeit Tilman Riemenschneiders. Charakteristisch für die Kirche sind die zwei Türme: Zum Glockenturm kommt ein weiterer Turm an der Westseite: er beinhaltete das Hohenlohische Archiv über mehrere Stockwerke und unter dem Turmhelm die Türmerwohnung, die noch heute zu besichtigen ist. Vom Umgang um die Türmerwohnung herum hat man einen herrlichen Ausblick über Markt und Schloss sowie den großen Park, der im Jahr 2016 Teil der Landesgartenschau werden wird. In den 1960-er Jahren hat die Fürstenfamilie zu Hohenlohe – Öhringen Schloss und Park an die Stadt Öhringen übergeben; im Schloss residiert heute die städtische Verwaltung. Besonders sehenswert ist die malerische Altstadt – einige Häuser stammen noch aus der Zeit der Stiftsherren und ihres Dekans. Die geistliche Stadt lädt sie als Besucher ein: genießen Sie die regionalen Spezialitäten und den besonderen Charme unserer Region.