Besinnliches

SEGEN IM ÄLTERWERDEN

 

GOTT segne die Jahre Deines Lebens.
GOTT schaue auf die Jahre der Fülle und die Jahre der Not.
GOTT tanze mit der Freude Deiner Jugend.
GOTT lächle über die Blüten Deines Humors.
GOTT weine mit Dir in Deiner Trauer und Verlassenheit.
GOTT hege und bewahre Deine Träume und Hoffnungen.
GOTT streichle sanft über Deine faltigen Wangen.
GOTT höre Deinen Phantasien leise zu.
GOTT zürne über die bösen Angriffe gegen Dich und nehme Dich in Schutz.
GOTT heile Deine tiefen Verwundungen.
GOTT sehe und höre, was Du Dir und anderen angetan hast.
GOTT nehme Dich liebevoll in die Arme und vergebe Dir.
GOTT führe und geleite Dich in sein Reich der Liebe.

 

So wahr GOTT Dich trägt und erträgt - ein Leben lang -
und durch den Tod hindurch.
AMEN

 

Veronika Raue nach Hanna Strack

 


Aus derm Deckblatt zu den Tischvorlagen bei der Kirchenbezirkssynode am 10. 11.2006 in Öhringen:

 

Das Alter ist eine eigene Lebensphase. Sein Beginn lässt sich nicht auf eine Zahl von Lebensjahren festlegen. Zuspruch und Trost spricht hierbei Jesaja aus: "Bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet" (Jes.46, 4).

Das Alter kann eine Zeit neuer Freiheiten und Lebensmöglichkeiten sein. Zeit für Aufbrüche in ein neues Land; zugleich bringt es Einschränkungen mit sich. Körperliche und gesundheitliche Beeinträchtigungen werden zum Begleiter. Für einen jeden Menschen sind dies ganz individuelle Erfahrungen. Das Wissen um zeitliche Begrenztheit lässt bewusster leben, jeden Tag aus Gottes Hand zu nehmen. „ Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn….“ (Rilke)

Zu der Last des Alters gehört, dass vieles unwiederbringlich verloren geht. Kräfte nehmen ab, gesundheitliche Beeinträchtigungen stellen sich ein bis hin zu unheilbaren Krankheiten. Für viele ist es schwer erträglich, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, immer weniger selbst erledigen zu können. In dieser Lebenssituation gesteht uns Gott zu, Klage über eigenes Leid und fremdes Leid zu führen, aber auch getröstet zu werden. Im Alter beginnt sich der Lebenskreis zu schließen. Das Ausscheiden aus dem Beruf, der Rückzug aus vertrauter Umgebung. Tiefe Einschnitte begleiten uns im Alter. Sie müssen vorbereitet sein, damit die Zeit danach nicht zu quälenden Leere wird. Hilfreich kann dabei der Kontakt der Generationen untereinander sein. Die Weitergabe von Weisheit und Erfahrung sind hier ebenso fruchtbar wie die Aufnahme von Impulsen und Anteilnahme am Leben der jüngeren Generation. Zum Miteinander gehört auch das Ertragen von Lasten. Im gemeinsamen Miteinander gilt das Wort des Apostel Paulus: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." (Galater 6,2)

 

Von Jesus Christus lerne ich: Menschsein gelingt nur im Miteinander. Man kann nicht wirklich für sich alleine leben.

Für sich heißt: Nur an sich denken, nur für sich sorgen. Das führt zu innerer und äußerer Verhärtung. Diese Feststellung ergibt sich aus der Natur der Sache, das heißt: Es gehört zu unserem Wesen, dass wir geprägt sind durch die Vererbung von Seiten unserer Vorfahren und Eltern, dass wir geprägt sind durch die Erziehung, also geprägt durch die Anderen, was ja zugleich bedeutet: auch wir prägen die Anderen. Unser Leben ist verflochten in das Leben vieler Menschen. Wir sind abhängig von anderen, andere sind abhängig von uns. Wir sind einander jeweils die Nächsten. Jesus macht uns das vor in vorbehaltloser Annahme und in seiner Sensibilität für die Schwachen.

 

„…Miteinander reden und lachen – SICH GEGENSEITIG GEFÄLLIGKEITEN ERWEISEN - ZUSAMMEN SCHÖNE BÜCHER LESEN - sich necken ABER AUCH EINANDER SICH ACHTUNG ERWEISEN – MITUNTER AUCH STREITEN - OHNE HASS - SOWIE MAN ES NUN EINMAL MIT SICH SELBST TUT - MANCHMAL AUCH IN DEN MEINUNGEN AUSEINANDER GEHEN und damit die Eintracht WÜRZEN - einander beleben und voneinander lernen - DIE ABWESENDEN SCHMERZLICH VERMISSEN - DIE ANKOMMENDEN FREUDIG BEGRÜSSEN – LAUTER ZEICHEN DER LIEBE UND GEGENLIEBE DIE AUS DEM HERZEN KOMMEN – sich äußern in MIENE WORT und TAUSEND FREUNDLICHKEITEN – und wie ZÜNDSTOFF DEN GEIST entflammen SO DASS AUS DEN VIELEN EINE EINHEIT WIRD…“

 

Aus den Bekenntnissen des AUGUSTINUS

 

VR