Kirche Langenbeutingen

Die Martinskirche in Langenbeutingen

Pfarrer Theodor Friedrich Köstlin (1872 – 1881) berichtet in seiner Chronik zur Geschichte der Kirchengemeinde: „Das Christentum in unserer Gegend reicht bis in das 5. Jahrhundert zurück. Der hl. Kilian gilt als Apostel des Frankenlandes.

Im Jahr 865 wird eine Kirche von „Butinga in Brettachgowe“ im Lorscher Kodex erwähnt.  Vermutlich waren die ersten Langenbeutinger Kirchen aus Holz gebaut. So ist davon auszugehen, dass keine der beiden Beutinger Kirchen aus der Gründungszeit stammen. Welche der beiden Kirchen die ältere ist, ist nicht zu ermitteln, aber beide Kirchen haben im Chor dasselbe einfache Tonnengewölbe, die auf ein hohes Alter hinweisen.

Mit ziemlicher Sicherheit stand die erste Holzkirche bereits 800 n. Chr. am selben Platz . An ihre Stelle trat im 11. Jahrhundert eine Kirche im romanischen Stil, als Chorturmanlage erbaut. Der Turm mit Chor stammt aus dieser Zeit. Das Langhaus muss im Vergleich zur heutigen Kirche weit kleiner gewesen sein.

Zur Reformationszeit wurde die Kirche zu klein. 1609 ließ Graf Kraft zu Hohenlohe-Öhringen das heutige Kirchenschiff erbauen. Den Herren von Neudeck diente die Kirche z. T. als Grablege. In der Südwand der Kirche befindet sich ein entsprechender Epitaph. Der früher die Kirche umgebende Kirchhof ist abgegangen. Im 18. Jahrhundert erhielt der Kirchturm ein Fachwerkobergeschoss mit Pyramidendach. 1795/ 1800 wurden die Emporen erweitert. Im Dachgiebel über der Flachdecke des Kirchenraumes befand sich früher ein Getreidespeicher.

Von der Hohenloher Künstlerfamilie Sommer, vermutlich von Johann Jakob Sommer (1645 – 1715), stammen das Kreuz über dem Altar und die Engel links und rechts vor dem Chorbogen. Die Empore über dem Altar ist wohl in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden. Vor dieser Zeit sollen, um Raum zu gewinnen, je eine Empore auf der West- und Nordseite vorhanden gewesen sein. Die Kanzel war an der ersten hölzernen Säule vor dem Chorbogen. Nach Errichtung der neuen Empore auf der Westseite wurde die Kanzel an die Südwand verlegt. Die Orgel wurde im Jahr 1840 erbaut. Neben der Orgel stand der Stuhl für die fürstlichen Beamten.

Die Erneuerung des Daches am Kirchturm war 1951 notwendig und ausgeführt worden. Aber schon 1955 und 1956 waren wieder Sturmschäden am Kirchturm zu verzeichnen. In den Jahren 1964 – 1966 erfolgte dann die letzte gründliche Renovierung des Innenraumes der Martinskirche. Die Nordempore wurde entfernt und die Orgel- und Westempore neu gerichtet. Das alte Chorgestühl würde entfernt, die Kirchenbänke wurden durch ein Bequemeres ersetzt. Wie nach jeder größeren Kirchenrenovierung wurden auch in diesem Jahr neue Dokumente in die Kugel der Kirchturmspitze gelegt. So befinden sich dort bis heute wertvolle zeitgeschichtliche Dokumente (z. B. von 1769, 1876 und 1966).

Im Dezember 1969 wurde die Orgel erneuert. Eine Neugestaltung des Kirchplatzes erfolgte im Jahr 1990. Die Außenfassade der Martinskirche wurde 1992 und 2009 saniert.