Herzlich willkommen im Kirchenbezirk Öhringen

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
die folgenden Seiten informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und laden Sie ein, unseren Kirchenbezirk und unsere Gemeinden näher kennenzulernen.
Über die Hauptsektoren unseres Auftrittes:

- Jugend
- Lebensmitte
- Senioren
- Diakonie und Seelsorge
- Musik
- Bildung

gelangen sie jederzeit zu den entsprechenden Seiten.
Wir wünschen ihnen viel Freude auf Ihrer Entdeckungstour durch den Kirchenbezirk Öhringen.

 

 

Allgemeiner Hinweis zur Seite des Kirchenbezirkes Öhringen

Im Moment ist es nicht immer möglich alle Internetseiten auf neuestem Stand zu halten.

Wir bemühen uns alle Informationen auf neuestem Stand bereit zu stellen.

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Danke.

Informationen von Dekanin Waldmann zur Coronalage

Wort der Dekanin

 

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig!

Denn auf dich traut meine Seele,

und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht,

bis das Unglück vorübergehe.

Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

Psalm 57, 1-3

 

Wir haben in unseren Gemeinden viel über die Zukunft nachgedacht, überlegt, was wohl auf uns zukommen würde, wie sich die Kirche entwickeln könnte.

Dass es eine Zeit geben würde, in der es keine Gottesdienste geben darf,

nicht einmal an Karfreitag und Ostern, dass unsere Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen bleiben müssen und Beerdigungen nur im Freien stattfinden dürfen, das hätten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

 

Es ist früher Morgen. Ich schaue zum Fenster hinaus, entdecke die ersten weißen Blüten an den Bäumen. Es wird Ostern. Am Abend sind die Äste übersät mit Blüten. Das Leben bricht neu auf, lässt sich nicht zurückdrängen, eine unglaubliche Lebendigkeit und Lebenskraft kommt zum Vorschein.

 

        Ich hoffe, dass wir an Ostern ein Fest der  

         Dankbarkeit feiern können, dass das  

         Leben den Tod besiegt. Ich bin

         zuversichtlich, dass wir gemeinsam

         unseren Beitrag dazu leisten, um die

         bedrohliche Kraft des Virus zurück zu

         drängen, und neues Leben beginnen kann.

 

Noch leben wir in der Fastenzeit.

Wir wählen keine Luxusartikel, auf die wir verzichten. Liebgewonnene Veranstaltungen und Beziehungen sind im Augenblick nicht möglich. Die Fülle an Lebensmöglichkeiten, die wir selbstverständlich genossen haben, werden wir vermissen.

 

   Nach den Anordnungen des Landes

    Baden – Württemberg gelten bis zum

    15. Juni folgende Regelungen:

 

·       Gottesdienste dürfen nicht stattfinden

·       Das betrifft auch die Gottesdienste in der Karwoche, an Karfreitag       und am Osterfest.

·       Konfirmationen werden verschoben.

·       Taufen und Hochzeiten müssen abgesagt werden.

·       Beerdigungen dürfen nur im Freien stattfinden mit einer begrenzten Anzahl von Trauergästen

·       Kirchen und Gemeindehäuser bleiben geschlossen.

·       Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern sind nicht gestattet

 

Diese Maßnahmen sind eine große Herausforderung.

Es wird uns bewusst, welche Fülle an Veranstaltungen wir selbstverständlich genossen haben. Wir spüren, wie sehr uns vieles ans Herz gewachsen ist.

Schmerzlich trifft uns alle das Besuchsverbot in Heimen und im Krankenhaus.

Ebenso die Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Beerdigungen. Wir müssen andere Wege des Kontaktes und des Abschieds finden.

 

Die Solidarität unter Gemeindegliedern und Bürgern wächst. Wir bleiben über die räumlichen Grenzen hinweg verbunden. Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden, das Virus in Schranken zu weisen.

Das Thema der diesjährigen Fastenaktion soll dabei wegweisend sein.

 

Zuversicht

Kirchenglocken laden

am Sonntagmorgen ein

zum Gottesdienst

in den Häusern

 

 

Gottesdienstangebote im häuslichen Bereich:

1. Die Hompage der Kirchengemeinden:                                                                                                                      Täglich finden Sie auf der Homepage unserer Kirchengemeinden

- Andachten am Morgen und am Abend und

- Gottesdesdienste an Sonntagen

 

2. Fernseh- und Rundfunkgottesdienste

Schon seit langer Zeit feiern Menschen, die das Haus schwer verlassen können zuhause den Fernsehgottesdienst.

 

3. Gottesdienstreihe bei Regio TV „Du bist nicht allein“

 

Samstag             21.03. 11.00 Uhr Prälatin Gabriele Wulz

Sonntag             22.03. 11.00 Uhr Prälatin Gabriele Wulz

Sonntag             29.03. 11.00 Uhr Prälat Prof. Dr. Christian Rose 

Sonntag             05.04. 11.00 Uhr Prälat Harald Stumpf

Gründonnerstag  09.04. 11.00 Uhr OKR Dieter Kaufmann

Karfreitag           10.04. 11.00 Uhr Prälatin Gabriele Arnold

Ostersonntag      12.04. 11.oo Uhr Landesbischof Dr.h.c.Frank Otfried July

 

In allen Gottesdiensten denken wir im Gebet

an die Kranken und ihre Angehörigen,

an Menschen in Angst und Sorge um ihre Existenz,

an Mitarbeitende im Gesundheits- wesen und in allen Bereichen der Versorgung,

an Verantwortliche in der Politik,

an Menschen, die Solidarität und Nächstenliebe leben,

an das Gute, in allem Schweren,

an Menschen in den Krisengebieten und den Kriegsgebieten unserer Welt.

 

Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

Akltuelle Andacht am Abend und am Morgen

Klicken Sie hier um zur aktuellen Andacht zu gelangen

Kostenloser Einkaufservice

Kostenloser ökumenischer Einkaufsservice gestartet

Das Diakonat Öhringen der Ev. Kirchengemeinde und die Kath. Kirchengemeinde St. Joseph bieten in ökumenischer Zusammenarbeit einen kostenlosen Einkaufsservice (bei Bedarf auch in der Apotheke) an. Zielgruppe sind alle Menschen, die keine örtlichen Sozialkontakte haben und sich zudem keinem Infektionsrisiko beim Einkaufen aussetzen wollen.

Bedarfsmeldungen können jeweils bis 11 Uhr vormittags in einem der beiden Pfarrämter abgegeben werden. Die Einkäufe werden bis spätestens 17 Uhr ausgeliefert. Sie erreichen di Büros unter

07941/988797 (Ev. Diakonat) oder 07941/989790 (Kath. Pfarrbüro).

Wer Zeit und Lust hat mitzuarbeiten, ist herzlich eingeladen. Wichtig ist, dass diese Personen gesund sind, in den letzten Tagen keinen Kontakt zu infizierten Personen hatten und mobil sind. Bei Interesse auch in einem der Pfarrbüros melden. Die Verantwortlichen freuen sich auf Rückmeldungen. Der Einkaufsservice wird zunächst bis Gründonnerstag, den 9. April angeboten.

Kindergottesdienst live mitfeiern

Kindergottesdienst, der am kommenden Sonntag live mitgefeiert werden kann.

Hier kommen fortlaufend die neuesten Informationen:

https://www.kinderkirche-wuerttemberg.de/kindergottesdienst-im-livestream

Predigt zum Sonntag Lätare

Lesegottesdienst am Sonntag Lätare - 22. März 2020

Liebe Gemeinde! Seien Sie herzlich gegrüßt am heutigen Sonntag, der den Namen „Lätare“ trägt.  Lätare heißt übersetzt „Freut euch“.

Mitten in der Passionszeit befinden wir uns. In früheren Zeiten wurde dieser Sonntag sogar ein „kleines Osterfest“ genannt. Als Farbe des Sonntages wurde oft nicht das dunkle Violett sondern ein Rosa aufgelegt. Um zu zeigen: das Weiß, das Osterlicht, mischt sich in das Dunkel der Passion.

Willkommen zu diesem Oasensonntag in den Durststrecken des Lebens, in der Passionszeit. Zu einem Sonntag, der inmitten verunsicherter sorgenvoller Tage ein Trost, eine Quelle, ein GEMEINSAM sein will.

Gemeinde sind wir, auch wenn wir an verschiedenen Computerbildschirmen, in unterschiedlichen Wohnzimmer, womöglich auf Krankenbetten nun diese Zeilen lesen. Gemeinde sind wir im Namen Gottes, der uns ruft und versammelt – in Gedanken und im Gebet.

Im Namen Gottes, der uns Vater und Mutter, Bruder und Trost ist.

Der Wochenspruch steht in Johannes 12 und lautet: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Joh 12,24)

Eingangsgebet:  

Gott, Anfang und Ende des Lebens, ich komme zu Dir am Morgen dieses Tages. So wie ich bin. So wie es mir gerade geht.

Denn bei Dir finde ich Geborgenheit und Nähe. Von Dir empfange ich Trost und Hoffnung. Vor Dich bringe ich das Dunkel, meine Ängste.

Die Sorge um einen lieben Menschen, lege ich in Deinen Mutterschoß.

In Deinen Mutterschoß lege ich meine eigene Sehnsucht nach Liebe und Verstandenwerden.

An Dein Herz lege ich die Einsamkeit, wenn sie nach mir greift. Meine Ratlosigkeit angesichts all der Entwicklungen, die ich nicht überschaue.

In Deine Hände lege ich den Druck von Verantwortung, der auf mir lastet. In deinen Mutterschoß, Gott, lege ich den Ort, an dem ich lebe. Lege ich all die Menschen, die krank sind.

An Dein Herz lege ich die Aufgaben, die ich habe, lege ich unsere Gemeinschaft. Diese verwundbare ängstliche Welt.

Ich lege alles vor Dich in dem großen Vertrauen, dass Du liebend damit umgehst. Dass Du weiter siehst als ich. Dass Du zu heilen vermagst.

Im Vertrauen, dass es am Ende immer Du bist, zu dem wir gehen.

Höre Du nun in der Stille Bitten und Sorgen, Fragen und Hoffnung. STILLE (Raum für eigene Gebetsanliegen)

„Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

 

Predigt  zu Jesaja 66, 10-14

Ein Trostpflaster! Wie oft werden Trostpflaster verteilt. Komm, das wird schon wieder! Ein Schulterklopfen unter Männern. Welches die Botschaft in sich trägt: Kopf hoch, alter Junge, Männer weinen nicht! Trostpflaster – gut gemeint. Aber aufgeklebt mit so vielen begleitenden Worten, dass mir ganz schwindlig davon wird. Trostpflaster, die am Krankenbett schon mit dem Apotheken-Gesundheitsmagazin winken und am Grab mit der Broschüre zur Trauerbegleitung.

Worte wie „Ich weiß ja nicht, ob dir das weiterhilft, aber der Susanne ging’s ja ganz ähnlich wie dir. Die hat nämlich …“

Nein, hilft mir nicht, möchte ich schreien. Tröstet mich ganz und gar nicht…. Ein Trostpflaster!

Ein kleines Kind hat einen Unfall. Es blutet, das Knie voller Schrammen. Tapfer schluckt es die Tränen hinunter. Beißt die Zähne zusammen. Aufmunternde und hilfsbereite Menschen versammeln sich. Die eine Frau hat schon ein Wundspray gezückt, die nächste ein Trostbonbon. Das Kind ist still. Doch da – da kommt die Mutter des Kindes um die Ecke. Und nun kann es nicht mehr an sich halten. Es springt auf, stürzt sich in die mütterlichen Arme und schluchzt hemmungslos. Seinen ganzen Weltschmerz weint es in den Mutterschoß. In den Armen der Mutter bebt das Kind. Bis das Beben schwächer wird. Ihre Wärme, ihren Geruch in der Nase. Ein Flüstern. Ein Wiegen. Kein Trostpflaster!

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“

Liebe Gemeinde! Das Volk Israel, zu dem dieses Wort gesagt wird, ist aus dem Exil heimgekehrt in sein Land. In seine Stadt: nach Jerusalem.  Doch die neue Situation ist alles andere als gut und geordnet. Die Schrecken der Heimatlosigkeit, des Verlorenseins, die Menschen erlebt haben, sind in ihnen. Sie machen etwas mit ihnen.  Den einen lähmt die Erschütterung, der nächste fällt in einen Aktionismus ohne Ziel. Die andere weiß nicht, wie sie jetzt den völlig veränderten „Alltag“ mit den Kindern zu einem „neuen Alltag“ gestalten kann. Zu wenig zu essen ist da. Gewalt und Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Die Angst sitzt im Nacken. Keine heile Welt.

Das ist auch nicht nur ein Riss im Porzellan, der schade ist, aber doch schnell geklebt werden kann. Nein, die Menschen knien vor Scherben ihres bisherigen Lebens. Sie wissen nicht, wie sich das wieder zusammenpuzzeln lässt. Ahnen: Das kann man nicht einfach zusammenfügen. Wenn hier etwas wieder entstehen soll, dann wird es ein Neues sein.

Aber wie? Wie, so fragen sie! Frage ich mit ihnen.

Da ist viel Sehnsucht. Und ein Prophet spricht:

„Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen.“ (Jesaja 66,10-14)

Muttermilch – sie wird fließen und trösten das Kind.

Muttermilch – Nahrung saugt das Kind und mit ihm Liebe.

Muttermilch – Zuwendung und Wärme ist sie dem Kind.

Das Volk wird genährt werden, mit dem Besten, was ein Kind bekommen kann, mit Muttermilch. Geborgen auf dem Schoß der Stadt Jerusalem. Gott schenkt dies seinem Kind. Sein Kind, liebkost. Gehalten. Ganz nah ist Gott so. Heimatlosigkeit, Fremde, Verlorenheit sind Vergangenheit.

Die Sehnsucht nach Geborgenheit tragen Menschen in sich. Trage auch ich in mir. „ …wie einen seine Mutter tröstet“.

Gott als tröstende Mutter?

„Herr, unser Gott“, „Herrscher der Heerscharen“, „Bruder“, „Vater“ – diese Worte sind gewohnt, geübt.

Die Bilder, die für Gott in der hebräischen Bibel gefunden werden, sind vielfältig.   „Ich werde sein, der ich sein werde.“  So offenbart sich Gott am brennenden Dornbusch dem Mose. Wie ist dein Name? Kein Mann. Keine Frau. Nein:  Ich bin der Ich bin da. Ich werde sein der ich sein werde. Für dich bin ich da!

Jesaja hat Gott nicht als Herr oder Mann gedacht. Da ist etwas in Bewegung. Tätigkeiten umschreiben Gott. Jesaja hat Gott mit Eigenschaften verbunden, mit Trost und Liebkosung, mit Nähe und Geborgenheit. Er erzählt von menschlichen Erfahrungen, um Gott zu beschreiben.

Gott ist so viel weiter, größer als unsere menschlichen Gedanken, als unsere Sprache. Er lässt sich von Dir und mir und Ihnen nicht auf ein bestimmtes Bild festlegen. Nein, er ist mehr. Er ist der, der Lebensnahrung und Trost zu schenken vermag. So wie viele Kinder es bei ihren Eltern erleben, erlebt haben.  Gott, Mutter und Vater zugleich, verlässt uns nicht. Das ist seine Zusage.

„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“

 

Worin besteht der Trost? Trost heute?

In einer verunsicherten Zeit. An dem Sonntag der uns trotzig seinen Namen zuruft: Lätare! Freut euch.

Jesaja ruft uns die Worte zu: Freut euch!

Sind sie Dir Trost? An diesem Morgen? An diesem Tag?

Halte doch ein wenig inne, um auf Trostspurensuche zu gehen: Wo findest DU Trost? Wo finden Sie Trost?
Was ist für Sie, was ist für Dich „Trost“?

 

Ich möchte mich heute ausdrücklich auch an all diejenigen unter Ihnen wenden, die an einem dieser Sonntage im März in so vielen Gemeinden ihre Jubelkonfirmation gefeiert hätten. Lassen Sie uns hier in Gedanken verbunden sein. Und alle anderen können, denke ich, auch ohne „rundes Datum“ darin mit dabei sein, in der Gemeinschaft der Getauften.

Wie erging es Ihnen, liebe Jubelkonfirmandinnen und Jubelkonfirmanden in den vergangenen 25, 50, 60, 70 oder gar noch mehr Jahren? Auf welche Fülle des Lebens stoßen Sie? Glück mit den Kindern oder Enkeln, Berufserfahrungen, überstandene Krankheiten, Freude am Leben. Aber eben auch das: Scherben des Lebens. Das, was Sie zurücklassen mussten. Menschen, die Ihnen genommen wurden. Eigene Krankheit. Trostbedürftiges.

Wie erging es Ihnen in all den Jahren mit Ihrem JA, das sie damals bekannt haben. JA, ich will zu Gott und zu seiner Gemeinde gehören?

Ob Sie Gott als Trost in Ihrem Leben gespürt haben. Als Wegbegleiter? Als Mutterschoß? Auch das wird nicht bei jedem gleich und auch nicht zu allen Zeiten gleich stark gewesen sein. Fragen, Gedanken, die nur Sie für sich beantworten können.

Worin besteht der Trost? Ich habe meine eigenen Gedanken und Gefühle und Erinnerungen durchkämmt. Und ich musste gar nicht lange suchen, da kamen sie schon.

Der Tanzbär: Wenn ich als Kind voll Traurigkeit nach Hause kam, da war der Tanzbär der beste Trost. Ich wurde von meiner Mutter auf ihre Füße gestellt. Sie fragte gar nichts, sie gab keine Ratschläge. Sondern sie hielt mich ganz fest, fing an sich, sich im Kreise zu drehen. Und sang: Tanz kleiner Tanzbär, dreh dich im Kreise. Immer schneller, immer schwungvoller. Manchmal wurden die Tränen erst noch stärker, doch dann verflogen sie mit dem Schwung und den Tönen.

Trost, das ist, wenn ich mit sorgenvollem Grübeln ins Bett steige. Wie soll das nur weitergehen? Habe ich das richtig entschieden? Was kommt auf mich zu? Wenn dann mein Mann meine Hand fest drückt und sagt: „Du weißt: du kannst mich jederzeit wecken.“ Jederzeit wecken, das ist ernst gemeint und sagt: Auch mitten im Dunkeln der Nacht, wenn jeder vernünftige Mensch schlafen will. Du kannst mich jederzeit wecken - allein diese Zusage vertreibt so manches Monster der Nacht. Was sind ihre Trostgedanken, ihre Trosterinnerungen an Tagen, an denen ihr Leben in Moll klang, womöglich gerade in Moll klingt?

„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“

Was ist Trost? Ganz sicher keine schnelle Vertröstung. Worte, die so zahlreich wie nichtssagend sind. Friedrich Schiller lässt seinen Wilhelm Tell sagen: „Das schwere Herz wird nicht durch viele Worte leichter!“

Ich denke: Trost ist, dass jemand da ist.

Molldreiklänge klingen anders als Durdreiklänge. Aber das Zusammenklingen, gemeinsam getragen, kann sehr wohl trostvoll sein. Tröstlich ist Gegenwart, die mich spüren lässt: Ich bin nicht allein. Nicht allein in meiner Angst. Nicht allein mit meinem weinenden Herzen. Nein, da ist einer. Er redet mit mir. Sie schweigt mit mir oder bietet mir Hilfe an. Die Gegenwart dieses Menschen umarmt mich, wie einen der Trost einer Mutter umarmt. Und das kann – hoffentlich – in diesen Tagen auch die gespürte Umarmung trotz räumlicher Distanz sein!

Nun mögen zurecht manche unter ihnen einwenden, dass Erfahrungen mit Müttern ja doch sehr unterschiedlich sein können. Auch in Mutter-Kind-Beziehungen gibt es verletzende Worte, gebrochene Erfahrungen, Spannungsreiches.

Doch für mich steht heute der Trost der Mutter für ein inneres Band, das  - hoffe ich - wohl sehr oft da ist.  Ich selbst als dreifache Mutter und als Tochter einer Mutter habe die Erfahrung, dass eine Mutter zutiefst mitempfindet. Wenn ihr Kind leidet, weil es in einem Streit mit Worten verletzt worden ist, dann leidet sie mit. Wenn das Kind den Kopf aufschlägt, dann spürt sie den Schmerz förmlich mit. Wenn sie das weinende Kind in ihrem Arm schaukelt, dann muss sie manche Träne unterdrücken oder selbst weinen.

Auch da mag manch einer sagen: Nun ja, ist das nicht eher eine Schwäche: dass die Mutter dann nicht auf Distanz gehen kann und den Schmerz so zu ihrem eigenen macht? So könnte es ausgelegt werden. Ja. Doch es ist vielleicht ein erster wichtiger Schritt: Den Schmerz mitleiden. Das Leiden teilen. Und darin zum Trost finden. Zu einem Trost, der ja nun gar keine schnelle oder oberflächliche Vertröstung mehr sein kann. Sondern zu einem Trost wird, der aus der Tiefe kommt. Der den Schmerz, die Angst wirklich umfängt. „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Wenn schon eine Mutter! Wieviel mehr vermag dann Gott! Das ist mein Trost: Dass Gott es ist, der mich und Dich und Sie mütterlich umschließt. Dass Gott es ist, zu dem ich immer kommen darf und der mir zuruft: Rede mit mir. Wein bei mir. Vertraue mir doch.

Noch vor jeder eigenen Leistung, noch vor meinem ersten Wort, sagt Gott: JA. In der Taufe eines jeden Kindes wird es uns vor Augen geführt. Mit meinen Worten, mit meinem Leben antworte ich ihm darauf. Auch das ist gar nicht immer nur einfach. Nein, es ist durchaus anspruchsvoll: Ein Leben, das in seiner Nachfolge Liebe weitergibt. Das es wagt, dem Frieden nachzujagen und ein Füreinander auch heute zu versuchen. Ein Leben, das das Kreuz seines Sohnes nicht aus den Augen verliert und den Trost für andere auch nicht.

Es ist ein Leben, das vieles bereit hält: Es kann so unerklärlich schön sein, dass es einem den Atem vor Glück nimmt. Es kann sich aber auch so zerbrechlich und bedroht anfühlen. Die meisten unter uns werden  Beides schon erlebt haben. Und vieles, was dazwischen lag. Einfach nur gradlinig verläuft wohl kaum ein Lebensweg. Es ist nicht leicht zu leben. Und doch Geschenk.

Auch wenn wir so manche Weichenstellung nicht selbst in der Hand haben, ist uns die Zusage der Gegenwart Gottes sicher.

Du gehörst zu Jesus. Du bist ein Kind im Mutterschoß Gottes, geborgen in seiner Fürsorge. Das ist die Botschaft unseres Glaubens. Der Zuspruch, dass nicht ich mein Leben in der Hand haben muss, sondern dass ich Gott vertrauen darf, dass er es gut macht mit meinem Leben. Gott hat sein JA zu dir schon längst gesagt. Was für ein Trost.

Das ist der Segen, unter dem du das Leben lebst. AMEN.

Liedvorschlag:  EG 576 „Meine Hoffnung und meine Freude“

Verbunden sind wir mit der ganzen Christenheit durch die Worte, die Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segensgruß:

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen

Zuhauseumzehn

zuhauseumzehn.de - Angebote für Zuhause um Zehn

Schulen und Kindergärten, aber auch Spiel- und Sportplätze sind in Deutschland wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Tausende Kinder und Jugendliche sind deshalb zuhause, oft mit ihren Eltern oder anderen Betreuern. Vor diesem Hintergrund haben wir einen Online-Blog für die Jugendarbeit zuhause gestartet.

Diese Info könnt ihr gerne weitergeben. Wir freuen uns auch, wenn ihr uns weitere Ideen zusendet (zuhauseumzehn@ejwue.de).

Freizeiten für die 3. Generation

Hier können Sie das neue Freizeitprospekt 2020 herunterladen.

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